Geschichte

FLARM wurde im Jahre 2004 von drei Schweizer Piloten/Ingenieuren in der Folge zahlreicher tragischer Zusammenstöße zwischen Segelflugzeugen erfunden. Trotz des VFR-Prinzips des „Sehens und Vermeidens“ ist es in vielen Situationen nahezu unmöglich das andere Flugzeug zu sehen. Zu dieser Zeit stellten Zusammenstöße die üblichste Ursache für tödliche Unfälle beim Segelfliegen dar. Die meisten Unfälle passierten bei Tageslicht und guter Sicht.

Urs Rothacher, Andrea Schlapbach und Urban Mäder unternahmen es, ein System zu entwickeln, das die Piloten vor einem drohenden Zusammenstoß alarmieren und ihnen sagen würde, wo der Eindringling ist, sodass sie sofort reagieren können. Nach zahlreichen schlaflosen Nächten war der erste Machbarkeitsnachweis fertig und es war ein Erfolg! Als eines der ersten Beispiele von Crowdfunding fanden sich ausreichend Piloten, um die Produktion zu starten.

Jeder, der FLARM besaß, wollte natürlich, dass jeder seiner Pilotenfreunde auch FLARM bekam. Auf diese Weise konnte das Risiko eines Zusammenstoßes praktisch beseitigt werden. Folglich wurde FLARM von allen Segelfliegern massiv gefördert. Ohne traditionelle Marketing-Anstrengungen stieg die Zahl der FLARM-Installationen exponentiell an.

Als Zusatzfunktion wurde ein innovatives Hinderniswarnsystem ins FLARM integriert. Unter Verwendung einer integrierten Hindernisdatenbank warnt das System den Piloten, wenn die Gefahr besteht, dass er in eine Stromleitung, eine Seilbahn, ein Windrad oder eine andere Art Hindernis fliegt. Die fortgeschrittenen Kollisionsalgorithmen ermöglichen die Behandlung komplexer Hindernisarten, einschließlich segmentierter Hindernisse.

Um die Entwicklung zu beschleunigen, die Zahl der FLARM-Adaptionen zu erhöhen und um den Piloten integrierte FLARM-Geräte anbieten zu können, verpartnerte sich FLARM Technology mit verschiedenen Herstellern von Avionikprodukten. Diese Hersteller produzieren von kleinen FLARM-Geräten bis hin zu integrierten EFIS-Systemen alles.

Im Jahr 2010 begannen immer mehr Piloten von Motorflugzeugen nach FLARM zu fragen. Piloten von Segelflugzeugen fragten ebenfalls nach eine besseren Reichweite und Zusatzfunktionen. Daher wurde die Technologie hinter FLARM modernisiert und PowerFLARM wurde entwickelt. PowerFLARM wurde so entwickelt, dass es vollständig kompatibel mit Classic FLARM-Geräten, aber gleichzeitig deutlich schneller ist und eine wesentliche höhere Leistung und Reichweite hat. PowerFLARM bietet Antennendiversität, was bedeutet, dass es möglich ist, eine Antenne auf dem Flugzeug und eine darunter zu montieren. Es bietet ebenfalls einen ADS-B-Empfänger und einen Transponder-Empfänger Mode-C/S, um die Anzahl der Flugzeuge, die erfasst werden können, zu maximieren.

Heutzutage gibt es mehr als 35.000 Flugzeuge, die mit installiertem FLARM-System fliegen. In Mitteleuropa haben praktisch 100% der Segelflugzeuge FLARM und sie würden niemals ohne dieses System fliegen. Der größte Zuwachs ist heute jedoch in der Gemeinschaft der motorgetriebenen Flugzeuge zu verzeichnen. Diese Gemeinschaft hat festgestellt, dass die gleichen Vorteile, die Segelflieger aus dem FLARM-System ziehen, auch für sie gelten. Besonders aufgrund des Mangels an ADS-B zur Kollisionsvermeidung suchen zahlreiche Piloten und Flugzeugeigentümer nach Möglichkeiten, die sich nicht nur sicher anfühlen, sondern sicher sind.