Kollisionswarnung

Problemstellung

Jedes Jahr sind etwa 40 Flugzeuge in einen Zusammenstoss involviert, in der Hälfte mit tödlichem Ausgang. Erstaunlicherweise geschehen die meisten dieser Unfälle bei guter Sicht und Tageslicht.

Unfalluntersuchungen haben aufgezeigt, dass es trotz des Sichtflug-Prinzips des „Sehen und Gesehen Werdens” oft unmöglich ist, das andere Flugzeug zu erkennen. Das menschliche Auge ist nicht immer in der Lage, Objekte auf Kollisionskurs zu erfassen, da sich diese in stehender Peilung befinden, d.h. für das Auge wenig bewegen. Andere biologische, physiologische und psychologische Effekte senken die Chance weiter, das andere Flugzeug rechtzeitig zu sehen. Zudem verbringen Piloten ihre Zeit selten hauptsächlich mit Rausschauen.

Lösungsansatz und Technologie

FLARM berechnet den zukünftigen Flugweg und strahlt diesen an nahe Flugzeuge per Funk aus. Gleichzeitig empfängt FLARM die zukünftigen Flugwege von umgebenden Flugzeugen, woraus ein intelligenter prädiktiver Algorithmus für jedes Flugzeug das Kollisionsrisiko auf Basis eines umfassenden Risikomodells berechnet. Bei Gefahr wird der Pilot über gefährlichen Verkehr gewarnt und die relative Position des anderen Flugzeuges dargestellt. So kann der Pilot ausweichen.

Jedes FLARM-Gerät bestimmt Position und Höhe mit einem hochempfindlichen GPS-Empfänger. Basierend auf Geschwindigkeit, Beschleunigung, Kurs, Wenderadius, Wind, Vertikalgeschwindigkeit, konfiguriertem Flugzeugtyp und anderen Parametern kann zuverlässig ein zukünftiger Flugweg berechnet werden. Dieser Flugweg und zusätzliche Informationen wie eine Identifikation werden codiert und über einen verschlüsselten Funkkanal bis zu zweimal pro Sekunde an alle Flugzeuge in der Nähe gesendet.

Neueren FLARM-Geräte auf Basis der verbesserten PowerFLARM-Technologie einhalten optional einen ADS-B- und Transponder-Empfänger (SSR) Mode-C/S. Damit werden zusätzliche Flugzeuge im Warnalgorithmus berücksichtigt werden.

Zusätzlich zur Ausgabe von Kollisionswarnungen zeigen viele Displays auch nahe aber ungefährliche Flugzeug an. Das unterstützt den Piloten in ihrer Umgebungswahrnehmung.

Verfügbarkeit und Angebot

Über 30’000 bemannte Luftfahrzeuge sowie viele Drohnen sind bereits mit FLARM ausgerüstet, täglich werden es mehr. In Europa verfügen nahezu 100 % der Segelflugzeuge über FLARM und würden niemals ohne fliegen.
FLARM Geräte werden von verschiedenen Herstellern angeboten für Motorflugzeuge, Hubschrauber, Segelflugzeuge und Drohnen.

FLARM wurde zur festen Installation in zertifizierten Flugzeugen von der EASA bewilligt. Die EASA unterstützt FLARM, da es das Risiko einer Flugzeugkollision signifikant senkt. FLARM wurde in verschiedenen EASA-Veröffentlichungen genannt, einschließlich der Genehmigung als Standard Change.

FLARM kann als OEM-Version in anderen Avionikprodukten integriert werden. Wenn Sie FLARM in Ihr Produkt integrieren möchten, kontaktieren Sie uns.